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Bell-Chef: Grillsaison im Juli völlig ins Wasser gefallen

Der nasse Sommer macht sich auch beim Fleischverarbeiter Bell bemerkbar. Die Grillsaison im Juli sei völlig ins Wasser gefallen, sagte Firmenchef Lorenz Wyss am Donnerstag in einem Interview mit AWP Video.

von awp/sda

Lorenz Wyss. (Bild Bell/zVg)
«Wir haben jetzt Hoffnungen im August und hoffen, ein bisschen kompensieren zu können. Aber auf der anderen Seite essen die Leute halt was anderes und benutzen den Ofen oder die Pfanne statt des Grills», sagte Wyss. Dann würden sie halt ein Schweizer Poulet oder einen Fisch oder eine Pasta aus dem Hause Bell Food essen. «In dem Sinn haben wir einiges kompensieren können.»
Das Geschäft mit pflanzenbasierten Fleischalternativen in der Schweiz und in Deutschland sei im ersten Halbjahr 2021 erneut stark gewachsen. Die vegetarischen Produkte machten mittlerweile einen Anteil von 21 Prozent am Gesamtumsatz aus, sagte Wyss.
«Fleischersatzprodukte sind noch eine kleine Pflanze, die schnell wächst. Das Potential wird weiter steigen. Davon bin ich überzeugt», sagte der Bell-Chef. Die Hauptkonsumenten seien Menschen, die ab und zu auf Fleisch verzichten würden, so genannte Flexitarier.
Der Einkaufstourismus sei noch nicht wieder auf dem Niveau der Vor-Coronakrise, sagte Wyss. «Aber wir spüren den Einfluss des Einkaufstourismus im Detailhandel sehr stark. Auf der anderen Seite gewinnt die Gastronomie wieder an Fahrt und kompensiert einiges wieder.» Zudem sei die Industrie als Kunde wichtig, wo die Umsätze wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichten.