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Keine Werbung mehr für Fleisch-Aktionen?

Beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gibt es Überlegungen, künftig Werbung mit Fleischaktionen zu verbieten.

von lid

(Bild: zVg)
Adrian Aebi, Vizedirektor im Bundesamt für Landwirtschaft BLW, bestätigte gegenüber der NZZ am Sonntag, dass ein Verbot für Preisaktionen mit Fleisch ein Thema sei. «Rabatte für Fleisch sind oft reine Frequenzbringer», wird Aebi zitiert. «Das entspricht nicht der Wertigkeit von Fleisch und ist einem nachhaltigen Konsum nicht förderlich.» Er verweist auf Deutschland, wo Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner Werbung mit Fleischpreisen verbieten will. Das Werbeverbot für Billigfleisch sei Teil von Überlegungen in Richtung einer nachhaltigen Ernährungspolitik, schreibt die NZZ am Sonntag. Fleisch habe eine schlechte Klimabilanz und sei im Übermass konsumiert auch gesundheitlich ungünstig.
Die Reaktionen auf den Vorschlag sind gespalten. «Dass so etwas nur schon in ­Erwägung gezogen wird, ist ein Skandal», wird SVP-Nationalrat und Metzger Mike Egger zitiert. Fleisch sei der neue Sündenbock, man versuche, ein gesundes Lebensmittel zu verunglimpfen. Auch die Branchenorganisation Proviande finde, der Staat habe hier nicht einzugreifen, mündige Konsumenten können selber entscheiden, ob sie von Fleischaktionen profitieren wollten oder nicht.
Positiv sieht es Grünen-Nationalrat und Rindermäster Kilian Baumann. Beim Tabak und bei Alkohol hab man gesehen, dass Werbeeinschränkungen wirkten. Auch der WWF sieht ein solches Verbot als «ersten Schritt in die richtige Richtung».