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Händler verkaufen Fleisch bis 90 Tage nach Ablaufdatum

Caritas Schweiz und der Discounter Denner wollen Fleischwaren auch nach Ablaufdatum verkaufen. Lebensmittelkontrolleure haben nichts dagegen. Wie funktioniert das Projekt?

Caritas verkauft das Dennerfleisch mit 66 Prozent Rabatt.

Quelle: zVg

Es ist ein «wichtiger Schritt in der Bekämpfung von Food-Waste», sagt Thomas Künzler. Der Geschäftsleiter der Genossenschaft Caritas-Markt freut sich, dass abgelaufenes Fleisch aus den Denner-Discountern nicht mehr automatisch entsorgt wird. Gemäss Recherchen des Konsumentenmagazins «K-Tipp» aus dem Jahr 2022 landen jährlich 5'000 Tonnen Fleisch aus dem Detailhandel in Biogasanlagen – obwohl das Fleisch noch geniessbar wäre.
Im Kampf gegen Food-Waste haben sich Denner und Caritas zusammengeschlossen (foodaktuell berichtete). Damit das Fleisch nicht im Abfall landet, friert es Denner beim Erreichen des Ablaufdatums in den eigenen Filialen ein. Damit bleibe es für weitere 90 Tage geniessbar.
Mitarbeitende von Caritas-Markt holen das Fleisch auf ihren Wochentouren ab. Anschliessend wird es als Tiefkühlware in den Caritas-Märkten mit einem Nachlass von 66 Prozent günstig an Armutsbetroffene weiterverkauft. Nach dem Auftauen müssen die Konsumenten das Fleisch allerdings innert 24 Stunden verzehren.
Lebensmittelkontrolleure heben den Daumen
Das Projekt ist eine Premiere in der Schweiz, berichtet der «Tages-Anzeiger». Die gemeinsame Lösung von Caritas und Denner ist aus Sicht der Lebensmittelkontrolleure sicher. Zu dieser Einschätzung kommt die Gesundheitsdirektion Zürich. «Für uns war es wichtig, ein standardisiertes Verfahren zu entwickeln, wie der Weiterverkauf des Fleischs unter Einhaltung der Tiefkühlkette bei jeder Denner-Filiale ablaufen kann», erklärt Thomas Künzler.
Gegenwärtig wird das Projekt den Angaben zufolge in 15 Denner-Filialen umgesetzt. Nach der erfolgreichen Pilotphase soll es bis Ende Jahr schweizweit auf 140 Filialen ausgeweitet werden, mit Schwerpunkt auf die Regionen Zürich und Luzern, Genf und Lausanne sowie Winterthur, Bern und St. Gallen.
Dass Food-Waste bekämpft werden muss, hat 2022 auch der Bundesrat erkannt. Die Landesregierung verfügte im Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung bis 2030 eine Halbierung der Menge an Food-Waste gegenüber dem Jahr 2017.
«Einer muss es mal wagen»
Dennoch ist es fraglich, ob das Projekt von Denner und Caritas-Schule macht. Darauf angesprochen, reagieren andere Detailhändler eher zurückhaltend, schreibt der «Tages-Anzeiger». Migros, Coop und Co. würden zwar betonen, sich gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren. Aber wenn’s um die Wurst geht, bleiben die Aussagen schwammig: Man beobachte das Projekt, man arbeite an eigenen Lösungen, man teste bereits selbst verschiedene Konzepte.
«Jeder wartet auf den anderen. Für viele ist es ein Hindernis, dass sie kein Geld aus der Weitergabe generieren können», kommentiert Künzler die abwartende Haltung der Branche. Die Caritas bezahlt die zusätzliche Logistik über Einnahmen. «Einer muss es mal wagen, sonst geht es nie vorwärts bezüglich Food-Waste.»

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