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«Der würzige Emmentaler ist der Beste»

Michelle Hunziker mag am liebsten den reifen Emmentaler und glaubt, dass dieser auch bei den Italienern noch ein grosses Potenzial hat.

von Roland Wyss

«Früh aufstehen ist für mich kein Problem.» Michelle Hunziker.

alimenta: Hatten Sie als Kind schon einen Bezug zur Landwirtschaft und zu Käse, oder ist das hier Neuland für Sie?
Michelle Hunziker: Ich hatte keinen direkten Bezug, aber in Ostermundigen, wo ich aufgewachsen bin, gab es ganz in der Nähe einen Bauernhof, dort habe ich viel gespielt, und es hatte Kühe und Schweine. Aber der Bauer hatte nicht immer Freude, wenn wir da mit dem Velo herumgefahren sind und Früchte stibitzt haben (lacht). Heute war ich zum ersten Mal in einer Käserei und habe gesehen, wie man Käse macht. Das war sehr interessant, und ich habe die zwei Tage im Emmental richtig genossen.

Wäre Käserin ein Job, der Ihnen gefallen würde?
… Was ich gerne mal machen möchte: Zwei, drei Wochen auf einem Bauernhof leben, mit den Bauern aufstehen und das Leben eines Bauern hautnah miterleben. Das wäre sicher interessant.

Das hiesse dann: sehr früh aufstehen.
Das weiss ich. 4.50 Uhr wird aufgestanden, dann geht man Melken. Früh aufstehen ist für mich kein Problem. Im Moment muss ich eher lernen, rasch einzuschlafen, mit meinen kleinen Töchtern, die in der Nacht erwachen.
Hier wurde die ganze Emmen­taler-AOP-Palette präsentiert – von ganz jung bis 24 Monate alt.

Welchen mögen Sie am liebsten?
Ganz klar den ältesten, den finde ich am besten. Den bekomme ich jeweils nach Hause geliefert und ich habe ihn hier auch wieder probiert. Er ist unglaublich gut. Aber das ist Geschmackssache, manche finden den Milden besser. Ich esse gerne würzig. Man müsste den 24-monatigen etwas mehr promoten…
Die meisten Italiener essen offenbar lieber den jungen Emmentaler AOP. Vielleicht weil sie den älteren gar nicht kennen?

Dann müssen Sie jetzt die Italiener auf den Geschmack bringen.
Ja! Ich glaube, dass der reife Emmentaler AOP vielen Italienern gut gefallen würde. Vor allem kennen sich viele mit dem echten Emmentaler AOP gar nicht mehr aus, weil es so viele Imitationen gibt. Deshalb ist es eine wichtige Kampagne, bei der ich sehr gerne mithelfe – zurück zum Schweizer Original!

Die Emmentaler gelten als eher verschlossene Leute – was hatten Sie für einen Eindruck?
Die Bauernfamilie und die Käserfamilie und auch die Mannschaft im Hirschen in Langnau waren supernett, wir haben uns sehr wohl gefühlt. Die Gastfreundschaft ist fantastisch. Obwohl sich die Bauern während der Aufnahmen im Hintergrund gehalten haben, waren sie sehr offen und haben gerne Auskunft zu ihrem Leben und dem Hof gegeben.