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Es braucht wieder eine «Doppelnulllösung»

Die Lebensmittelindustrie hätte mit Raps eine Alternative zu Palmfett. Doch auch der Rapsanbau müsste sich reformieren.

Palmöl – So umstritten es ist, so häufig wird es seit Jahren in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. So gehen nach Europa zehn Prozent der Weltproduktion. Dies obwohl mit Raps eine Alternative zur Verfügung stehen würde; besonders seitdem die Agrarforschung mit den sogenannten .Doppelnullsorten dem Raps die ungeniessbaren Eruca- und Senfglykosiden herausge­züchtet hat. Zudem fallen in der
chronisch eiweissunterversorgten Schweiz mit Rapskuchen und -schrot wertvolle Futtermittel an. Klar, im Gegensatz zum Palmölanbau, wo das Ökosystem Urwald durch Brandrodung zerstört wird, ist der hiesige Rapsanbau geradezu harmlos. Dennoch muss sich die einheimische Rapsölwirtschaft ganz schön anstrengen, damit Raps nicht in eine umweltzerstörerische Ecke gedrängt wird. Negativschlagzeilen wie Bienensterben oder Pestizidrückstände sind dem Rapsöl nicht gerade förderlich. Gegenspieler wie Stengel- und Schotenrüssler, Glanzkäfer und Erdfloh sorgen noch dafür, dass der Rapsanbau eine Intensivkultur bleibt und entsprechend chemisch behandelt werden muss. Die Agrarforschung muss sich kräftig ins Zeug legen, um den Rapsanbau umweltfreundlicher zu machen. Dass sie Fortschritte bringt, hat sie schon einmal mit den Doppelnullsorten bewiesen.
alimenta verabschiedet sich für einen Monat in die Sommerpause.