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Zölle: China und USA nähern sich wieder an

China will den Import von Schweinefleisch und Sojabohnen aus den USA wieder erleichtern. Die Strafzölle sind nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vorerst gestrichen.

von lid/mos

Die USA und China befinden sich seit längerer Zeit im Handelsstreit und verhängten gegenseitig Strafzölle. Im Oktober wollen die beiden Staaten ihre Gespräche über den Abbau dieser Zölle wieder aufnehmen, wie aiz.info berichtet. Der Entscheid Chinas wird als Signal gedeutet, dass sich die beiden grössten Volkswirtschaften wieder annähern.

Schweinefleisch und Sojabohnen sind wichtige Exportgüter für die USA. Bevor China seine Vergeltungszölle einführte, war das Land für die US-Farmer ein bedeutender Absatzmarkt.  Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben sich seit dem vergangenen Jahr gegenseitig mit massiven Strafzöllen auf Produkte im Gesamtwert von mehreren hundert Milliarden Dollar überzogen. Die Auswirkungen bekommt nicht nur die Wirtschaft der beiden Länder zu spüren, der Konflikt belastet die Konjunktur weltweit. Trump hatte gedroht, bis zum Jahresende nahezu alle chinesischen Importe in die USA mit Strafzöllen zu belegen. Er kritisierte vehement das Handelsdefizit der USA mit China und warf dem Land unlautere Praktiken wie den Diebstahl geistigen Eigentums vor.
Schweinepest führt zu erhöhtem Importbedarf

China hat allerdings nicht nur wegen des Handelskonflikts mit den USA Interesse an erhöhten Importen von Schweinefleisch, wie aiz.info schreibt. In China wütet die Schweinepest, die einheimische Schweinefleischproduktion sinkt, entsprechend steigt der Importbedarf. Die chinesische Schweinefleischerzeugung wies laut Expertenschätzungen im ersten Halbjahr 2019 bereits ein Minus von 5,5% auf. Im Gesamtjahr 2019 soll die Produktion nur noch rund 50 Mio. t erreichen, das entspräche einem Einbruch um 7,4%.