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Forschung soll den Schweizer Rübenanbau retten

Die viröse Vergilbung bedroht den Zuckerrübenbau in der Schweiz. Das Neonitotinoid Gaucho ist nicht mehr zugelassen. Ein Forschungsnetzwerk soll nun alternative Bekämpfungsmassnahmen ausfindig machen.

von lid

Unter anderem gegen die bakterielle SBR-Vergilbung (Syndrome Basses Richesses) bei Zuckerrüben soll das neu gegründete Forschungsnetzwerk alternative Bekämpfungsmassnahmen suchen. (Floriane Bussereau, Agroscope)
Während 25 Jahren wurden die Zuckerrüben in der Schweiz mit einer neonicotinoidhaltigen Saatgutbeizung vor der durch die grüne Blattlaus übertragenen virösen Vergilbung geschützt. Seit zwei Jahren gilt ein europaweites Verbot für Neonicotinoide. Im Herbst letztes Jahr seien westlich von Solothurn viele Felder aufgrund der virösen Vergilbung gelb geworden und die betroffenen Landwirte hätten hohe finanzielle Verluste in Kauf nehmen müssen, teilt die Schweizer Zucker AG mit. Die Anbaubereitschaft sei zudem auch durch weitere Krankheiten in der Schweiz stark rückläufig, im aktuellen Anbaujahr würden 1545 Hektaren weniger Rüben angebaut.
Um dem Problem Herr zu werden, hat das Bundesamt für Landwirtschaft Forschungsgelder zur Erarbeitung von Bekämpfungsmassnahmen gesprochen. Die Fachstelle für Zuckerrübenbau, die Forschungsinstitutionen Agroscope, die Hochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) sowie die kantonalen Pflanzenschutzfachstellen haben nun gemeinsam ein Forschungsnetzwerk zur Rettung des schweizerischen Rübenanbaus gegründet. Das Forschungsnetzwerk soll nun Lösungen für die grossen Herausforderungen des Zuckerrübenanbaues entwickeln.
Unter anderem soll nun an Bekämpfungsstrategien gegen die Blattlaus als wichtigste Überträgerin der virösen Vergilbung und gegen eine Zikade, die eine bakterielle Vergilbung verbreitet, geforscht werden. Daneben sollen auch Pilz-Krankheiten untersucht werden. Ein weiterer Themenblock enthalte Forschungsprojekte zur Herbizidreduktion respektive zum herbizidlosen Anbau. Dabei würden beispielsweise Hackroboter getestet. Abgesehen von diesen mittel- bis langfristigen Forschungsschwerpunkten habe die Fachstelle für Zuckerrübenbau ausserdem die offizielle Sortenprüfung stark ausgebaut und forscht nu zusammen mit Agroscope an virusresistenten Zuckerrübensorten.