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Ein zweites Käselager in Schangnau

In Schangnau im oberen Emmental ist die Lagerkapazität für Spezialitätenkäse aus der ganzen Deutschschweiz vergrössert worden. Vom neuen Laden erhofft man sich noch etwas mehr Direktabsatz.

Das neue Lager wurde im gleichen Baustil direkt neben das bestehende gebaut. Insgesamt haben hier jetzt 45‘000 Käselaibe Platz.

Seit Mitte März ist es schon in Betrieb, das neue Käselager in Schangnau, und der neue Käsereiladen ist seit gut einem Monat offen. Markus Aegerter, Käser der Hohgant-Käserei in Schangnau, und Res Neuenschwander, Präsident der Käsereigenossenschaft, sind froh, dass alles gut gekommen ist. Baustart war im Sommer 2022. «Die Bauphase ist ohne Probleme verlaufen», sagt Neuenschwander, die kleineren Hindernisse, die es gegeben habe, seien wohl normal. «Auch das Wetter war meistens gut, es gab keine grösseren Unterbrüche.» Sogar als im Juli 2022 im nahe gelegenen Kemmeriboden eine Flutwelle das Ausflugsrestaurant verwüstete, wurde vorne in Schangnau normal weitergebaut.
Platz für 25000 Laibe und zwei neue Roboter
Das neue Käselager wurde direkt neben das bestehende vis-à-vis von der Käserei gebaut, im gleichen Baustil und mit etwas grösserer Kapazität: 25000 Käselaibe haben hier Platz, im bestehenden Lager, das 2015 gebaut wurde, sind es 20000. In den Lagern sind je zwei Pflegeroboter von Anlagenbauer Leu im Einsatz, Charly und Johnny im bisherigen Lager, Wendy und Kugelblitz - eine Hommage an den Schangnauer Ex-Skirennstar Beat Feuz - im neuen Lager.
Gelagert werden in beiden Lagern nebst den Spezialitäten aus der Hohgant-Käserei auch Käselaibe aus weiteren Käsereien aus der ganzen Deutschschweiz, zum Beispiel aus Grindelwald, Schönried, Jegenstorf oder Güttingen. Die Geschichte dahinter beginnt im Jahr 2008: Damals wurde die Käserei Hohgant unter der Leitung von Markus Aegerter auf die Produktion von Spezialitäten umgestellt. Die Genossenschaft hatte den Ehrgeiz, den Käse selbst zu vermarkten, das erwies sich aber bald als schwierig, wie Aegerter erklärt. Man habe zu wenig Know-how über die Vertriebskanäle und die Märkte gehabt. Nach zwei Jahren begann man mit der Firma «Vom Chäser» von Thomas Vogt zusammenzuarbeiten, die Spezialitäten in verschiedene Detailhandels- und andere Verkaufskanäle bringt. «Von da an haben wir gemerkt, dass es anzieht», sagt Aegerter. Mit der steigenden Käsemenge habe man aber auch immer mehr Käse in anderen Lagern ausreifen müssen, was mit der Zeit zu enormen Transportkosten geführt habe.
Ein eigenes grosses Lager
Die 22 Milchproduzenten der Käsereigenossenschaft entschieden sich deshalb 2015, ein Lager zu bauen, das auch Platz bietet für Käse aus anderen Käsereien. Das zur Gewerbezone umgezonte Land vis-à-vis der Käserei war schon da. Bund und Kanton beteiligten sich an der Finanzierung mit à-fonds-perdu-Beiträgen, unter der Bedingung, dass Käse aus dem Kanton Bern gelagert werde. Auch Solidarhaftung wurde verlangt: Falls etwas wirtschaftlich schiefgegangen wäre, wären es die Milchproduzenten gewesen, die dafür hätten geradestehen müssen. Finanzielle Hilfe gab es auch von der Bernischen Stiftung für Agrarkredite und von der Coop Patenschaft für das Berggebiet.
Die Geschäfte mit Thomas Vogt liefen gut, in Schangnau wurden im Lauf der Jahre immer mehr Käse eingelagert, bis man vor der Situation stand, dass der Käse aus der eigenen Käserei fast keinen Platz mehr hatte. Im Jahr 2019 sassen die Genossenschafter wieder zusammen und beschlossen, ein zweites Lager zu bauen.
Vertrauen dank Erfolg
«Beim neuen Lager war die Finanzierung fast einfacher», sagt Neuenschwander. Da die Geldgeber gesehen hätten, dass das Geschäft gut laufe, sei das Vertrauen da gewesen. Insgesamt wurden 4,48 Millionen Franken investiert, davon bezahlte die Genossenschaft selbst eine halbe Million. Einzelne Milchproduzenten gaben ein Darlehen. Unterstützung gab es wiederum von der BAK und von den Banken.
«Die Bauern haben grosse Weitsicht bewiesen, indem sie dem Bau der beiden Lager zustimmten», sagt Neuenschwander. So könne Wertschöpfung in der Region behalten werden. Man habe von der Genossenschaft aus auch immer offen informiert und alle Eventualitäten besprochen. Nun kann sich das neue Lager wieder langsam mit Käse füllen. Aegerter und Neuenschwander sind zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Auch dank Thomas Vogt, der die Spezialitäten aus verschiedenen Regionen erfolgreich verkauft und dafür sorgt, dass sie vorher in Schangnau die richtige Reife erhalten können.
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Der neue Laden ist sichtbarer
Unten im ersten Käselager wurde auch der neue Laden erstellt. Der Laden sei nicht nur grösser, sondern auch sichtbarer als vorher, sagt Käser Markus Aegerter. Ausflügler, die in Richtung Schangnau und Kemmeriboden fahren, können hier einen Zwischenstopp einlegen und sich mit Spezialitäten aus der Käserei eindecken: Hohgantkäse und Schangnauer Rahmkäse sind im Angebot, verschiedene Nusskäse, die wilde Bergfee, die Schangnauer Bergkönigin oder der bekannte Büffelmozzarella und weitere Produkte aus Büffel- und Schafmilch. Neben hausgemachten Fondues und weiteren Spezialitäten aus eigener Produktion gibt es auch andere kulinarischen Spezialitäten aus der Region zu kaufen. Man merke jetzt schon, dass das Geschäft besser laufe als vorher, findet Neuenschwander. Der Laden ist jeweils von 8 Uhr bis 11 Uhr bedient und danach für Selbstbedienung offen, bezahlt wird mit einem Zahlterminal.

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