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Valora: Vorwärts mit Foodvenience

Der Konsumgüterkonzern wächst stark mit Convenience Food. Dabei setzt Valora auf stark frequentierte Standorte und will künftig noch mehr innovative Retail-Technologien einsetzen.

von Hans Peter Schneider

Die avec box im Zürcher HB. (Bild: zVg)

Was hat die SBB mit der Brezel zu tun? Viel – beide Wörter sind für Michael Müller, CEO & CFO von Valora nämlich positiv konnotiert. Wenn die SBB mehr Kunden transportiert, werden auch
mehr Kaffee, Sandwiches, Energydrinks und Brezeln von den Valora-Töchtern Spettacolo, K Kiosk, Avec oder Brezelkönig verkauft.

Jetzt soll das Geschäft mit der SBB noch intensiver werden. Denn der Konsumgüterkonzern kann an 262 neuen Standorten in Bahnhöfen neue Avec- und K Kiosk-Läden eröffnen. «Wir haben sämtliche Lose bei der SBB gewonnen», sagte Müller an der Präsentation der Valora-Ergebnisse Ende Februar in Zürich. Zwar würden dadurch auch neue Mieten in der Höhe von 20 Millionen Franken fällig, doch Valora werde durch die neuen Standorte deutlich an Kraft gewinnen, zeigte sich Müller überzeugt.

Schlüsselgeschäft Food

Lebensmittel sind für Valora das Schlüssel­geschäft, 53 Prozent des Umsatzes werden laut Müller innerhalb des Konzerns mit Lebens­mitteln erwirtschaftet. Oder eben mit «Food­venience», wie Valora die Begriffe Food und Convenience verschmelzt. Dazu trägt das Valora-Food Service-Netzwerk mit Backwerk, Ditsch, Super Guud, Caffè Spettacolo und
Brezelkönig bei, aber auch die Retail-Formate wie K Kiosk, Avec oder Service Store der deutschen Bahn. Der Konzern investierte letztes Jahr 50 Millionen Franken in den Kapazitätsausbau in den Grossbäckereien im deutschen Oranienbaum und in Cincinnati USA. Das Ditsch-Geschäft mit Brezeln sei in den USA um ganze 65 Prozent gewachsen, sagte Müller, während der Markt dort nur um
drei Prozent wuchs. Auch in Deutschland sei der Markt nur um drei Prozent gewachsen, während das Ditsch-Geschäft um zehn Pro­zent stieg.

Tiefer Umsatz mit Presseerzeugnissen

Trotz des guten Food-Geschäftes hat der Umsatz des gesamten Konzerns um 0,8 Prozent auf 2,03 Milliarden Franken abgenommen. Dies sei auf die tiefen Umsätze bei Tabak- und Presserzeugnissen zurückzuführen gewesen. Für das laufende Jahr erwartet Valora einen konstanten EBIT. Die Investitionen in die Er­­neuerung der Standorte im Zusammenhang mit der gewonnenen SBB Ausschreibung, würden sich dabei auswirken, sagte Müller. Nach dem Umbau der Filialen soll der EBIT jedoch jährlich um 0,2 Prozent ansteigen.

«avec-Box» bleibt Ergänzung

Man werde fortfahren, neue Umsatzfenster zu erschliessen und auf Konsumgewohnhei­ten reagieren, sagte Müller. Das heisse auch, dass weitere Innovationen gefragt seien. In den USA würde heute im Retail schon mehr als die Hälfte der Investitionen in Technologien statt in Fläche fliessen. Da hat auch Valora vorwärts gemacht. Zum Beispiel mit der im letzten Jahr lancierten «avec Box», wo die Konsumenten aus 600 Artikeln auswählen und bargeldlos und ohne Personal zahlen können. Dennoch: Die Box werde immer eine Ergänzung zu den anderen Formaten sein, sagte Müller. Jetzt werde man den Ausbau der SBB-Standorte forcieren. Dafür brauche es viel Geld. 110 Millionen Franken sollen investiert werden.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch

Kennzahlen:                          2018           2019     Veränderung
Umsatz:                              2046.8      2029.7        -0,8%
Bruttogewinn:                      905.2       917,2          +1,3%
Betriebsergebnis (Ebit)          96,3        91,5           -5%
Gewinn Aktionäre:                   54,6        73,7        +35%
Bilanzsumme:                        1921,5    2392,8 +24.5%
Eigenkapitaldeckung in %:     31,6        26,2