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«Tischlein deck dich» verteilt wieder Lebensmittel

Dank neuem Konzept kann die Organisation «Tischlein deck dich» wieder Lebensmittel an Bedürftige verteilen. Die Abgabestellen werden schrittweise wieder geöffnet.

von lid/mos

«Tischlein deck dich» musst unter anderem schliessen, weil viele Freiwillige über 65 Jahre sind. Auch der Abstand konnte nicht gewährleistet werden. (Bild Fabio Baranzin/zvg)

Die karitative Organisation «Tischlein deck dich» musste aufgrund der Coronapandemie am 16. März sämtliche 132 Abgabestellen für Lebensmittel schliessen. Weil die Schliessung für Armutsbetroffene eine zusätzliche Herausforderung in der schon schwierigen Situation darstelle, habe man umgehend ein neues Konzept ausgearbeitet. Nach positiven Erfahrungen können die Abgaben mit dem angepassten Konzept nun schrittweise aufgenommen werden, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.

Voraussetzung für eine Wiedereröffnung sind einerseits genügend Platzverhältnisse an einer Abgabestelle, um die Distanzregel für Freiwillige sowie Kundinnen und Kunden jederzeit einhalten zu können. Andererseits dürfen nur Freiwilligenteams mit jüngeren Helferinnen und Helfern aktiv werden, die nicht zur Risikogruppe zählen, wie es weiter heisst.

Die Freiwilligen stellten die gespendeten Lebensmittel vor Ort in Papier- und Kühltaschen bereit. Die Kundinnen und Kunden bekommen ein Zeitfenster für die Abholung zugeteilt.

Bis Ende Mai sollen mit diesem Konzept 43 Abgabestellen wieder aktiv sein und somit 2000 Haushalte  mit 6500 Personen unterstützen. Vor der Krise unterstützte der Verein wöchentlich über 19’000 Menschen mit Nahrungsmitteln, die von über 1000 Spendern aus Landwirtschaft, Grosshandel, Industrie und dem Detailhandel zur Verfügung gestellt wurden, wie es auf der Website heisst.

Logistik konnte nicht gewährleistet werden

«Tischlein deck dich» musste seine Abgabestellen Mitte März schliessen, weil viele Freiwillige über 65 Jahre alt sind und damit zur Risikogruppe gehören. Ausserdem habe die Einhaltung der Distanzregel an den Abgabestellen nicht gewährleistet werden können. Erschwerend sei hinzugekommen, dass auf den sechs Logistikplattformen mehrheitlich Menschen in Arbeitsintegrationsprogammen arbeiten, die mit der Verschärfung der Situation geschlossen wurden. Diese Arbeitskräfte hätten plötzlich gefehlt, heisst es in der Mitteilung weiter.