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Bell macht trotz Corona mehr Umsatz

Zwar hat das Convenience-Geschäft von Bell unter dem Lockdown gelitten, dafür verkaufte das Unternehmen deutlich mehr Fleisch im Detailhandel. Unter dem Strich stieg der Umsatz im ersten Halbjahr.

von pd/mos/awp

Einkaufen im Ausland war nicht möglich, auch deshalb konnte Bell in der Schweiz mehr Fleisch und Wurst verkaufen. (Bild Bell/zvg)

Der Fleisch- und Conveniencekonzern Bell Food Group machte im ersten Halbjahr 2020 einen Warenumsatz von 2 Milliarden Franken, bereinigt um Währungseinflüsse und Devestitionen sind das 59.3 Millionen oder 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatzverlust durch den Verkauf des Wurstwarengeschäfts in 2019 in Deutschland konnte kompensiert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der ausgewiesene EBIT liegt mit 59.4 Millionen Franken um 1.4 Millionen oder 2,4 Prozent über dem bereinigten Vorjahresniveau. Das ausgewiesene Halbjahresergebnis beläuft sich auf 34.9 Millionen Franken und liegt damit um 44.5 Millionen über dem durch Sonderfaktoren belasteten Vorjahreswert.

Einbussen im Food-Service

Durch die mehrwöchigen Lockdowns in den Ländern sind die Umsätze im Absatzkanal Food-Service während Wochen stark zurückgegangen. Auch der Geschäftsbereich Convenience mit seinem To-Go-Sortiment litt darunter, dass die Konsumenten weniger unterwegs konsumierten. Im Kerngeschäft mit Fleisch und Fleischwaren hingegen konnte Bell im Detailhandel deutlich mehr absetzen, was den Rückgang im Foodservice kompensieren konnte. Dies insbesondere im Heimmarkt Schweiz, wo Bell davon profitierte, dass der Einkaufstourismus wegen der Grenzsschliessung zum Erliegen kam, wie es in der Mitteilung heisst.

Entspannung bei den Schweinefleischpreisen

Mit einem Warenumsatz von 1 Milliarde Franken konnte der Geschäftsbereich Bell Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um 37.7 Millionen (+3,8 %) zulegen. Das Absatzvolumen stieg um 1,6 Prozent auf 62.6 Millionen Kilogramm.

Der Geschäftsbereich Bell International verzeichnete einen Warenumsatz von 481.9 Millionen Franken und liegt damit bereinigt um 8.1 Prozent über Vorjahr. Das Absatzvolumen ist organisch um 2.0 Prozent auf 102.4 Millionen Kilogramm ebenfalls gewachsen. Die Situation mit den im letzten Jahr stark angestiegenen Rohmaterialpreisen für Schweinefleisch hat sich laut Bell im ersten Halbjahr 2020 etwas entspannt.

Der Warenumsatz des Geschäftsbereichs Convenience, der am stärksten von Corona betroffen war, beläuft sich auf 515.2 Millionen Franken und liegt bereinigt um 19.7 Millionen (-3.6 %) unter dem Vorjahr.

Corona-Auswirkungen auch im zweiten Halbjahr

Mit Blick nach vorne geht das Bell-Management davon aus, dass die Auswirkungen der Pandemie sicherlich auch im zweiten Halbjahr 2020 zu spüren sein werden. Aufgrund dieser unsicheren Ausgangslage sei der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte deshalb anspruchsvoll.

Bell geht davon aus, dass die teilweise Aufhebung der Corona-Massnahmen schrittweise zu einer weiteren Erholung der Umsätze im Absatzkanal Food Service führen wird. Besser sieht es im Bereich Retail aus. Hier rechnet das Management damit, dass sich die Umsätze wieder auf das Niveau wie vor der Pandemie zurückbewegen werden. Bell Schweiz sei dafür gut gerüstet.

Auch der Geschäftsbereich Convenience dürfte sich im zweiten Halbjahr erholen und deutliche Fortschritte erzielen. Und im internationalen Geschäft geht die Gruppe dank der Fokussierung auf hochwertigen Rohschinken und nachhaltige Geflügelprodukte sowie der Umsetzung von Effizienzsteigerungsmassnahmen von einer Fortsetzung der positiven Entwicklung aus.