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Bell wächst trotz Corona

Die Bell Food Group ist auch im Pandemiejahr 2020 gewachsen: Im Detailhandel wurde deutlich mehr Fleisch verkauft, gelitten haben das Gastrogeschäft und die Frisch-Convenience.

von pd/mos

Dank geschlossenen Grenzen und Homeoffice verkaufte Bell mehr Fleisch und Fleischwaren im Detailhandel. (Bild Bell/zvg)
Der Fleisch- und Conveniencehersteller Bell konnte letztes Jahr zulegen: Bereinigt steigen der Umsatz um 2,7 % auf 4,1 Milliarden Franken, der EBIT um 7,6 % auf 160.4 Millionen und der Unternehmensgewinn um 12,1 % auf 117.7 Mio. Franken gegenüber Vorjahr, wie die Bell Food Group am Freitag mitteilte.
Die Corona-Pandemie habe den Geschäftsgang geprägt, heisst es weiter. Doch sei es gelungen, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen und die Lieferbereitschaft stets aufrechtzuerhalten.

Retail-Boom kompensiert Foodservice
Positiv entwickelte sich der Absatzkanal Detailhandel, insbesondere das Kerngeschäft mit Fleisch und Fleischwaren im Heimmarkt Schweiz. Hier profitierte Bell auch vom temporären Rückgang des Einkaufstourismus. Dank dem Wachstum im Detailhandel habe Bell den Umsatzrückgang im Foodservice «mehr als kompensiert», wie es weiter heisst. Insgesamt machte der Geschäftsbereich Bell Schweiz 80 Millionen mehr Umsatz als im Vorjahr und verkaufte 2,5 Millionen Kilogramm mehr.
Auch das internationale Geschäft habe eine Ergebnisverbesserung erzielt. Hier hätten die Fokussierung auf die Kernkompetenz Rohschinken sowie der weitere Ausbau der Geflügelprogramme mit höherem Tierwohlstandard Früchte getragen. 
Negativ zu spüren bekam Bell die Corona-Pandemie beim Food-Service und am stärksten bei der Frisch-Convenience, die stark auf die Ausser-Haus-Verpflegung und das To-Go-Geschäft im Detailhandel ausgerichtet ist. Die Umsatzausfälle konnten hier, anders als in den anderen Geschäftsbereichen, nur teilweise über den Retail-Kanal kompensiert werden, schreibt Bell. Der Umsatz im Geschäftsbereich Convenience ging währunsbereinigt um 23 Millionen zurück.

Wachsen mit Convenience und Vegi
Für die nächsten Jahre hat sich Bell drei strategische Ziele gesetzt. Der Konzern will das Kerngeschäft Fleischwaren mit einer weiteren Differenzierung des Sortiments und der Dienstleistungen stärken. Wachsen will Bell mit Convenience und Vegi; 2020 machte Bell bereits einen Fünftel seines Umsatzes mit vegetarischen und veganen Produkten. Und das Unternehmen will in Effizienz und Leistungsfähigkeit investieren, dies etwa an den Standorten Oensingen und Schaan (FL). So sollen zum Beispiel in Oensingen die nachgelagerten Prozesse wie das Schneiden von Charcuterie-Produkten, die Verpackung sowie die Kommissionierung zentralisiert und dadurch effizienter und nachhaltiger werden.