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Süsswarenhersteller mit starkem Rückgang

Die Schweizer Zuckerwarenhersteller müssen mit einem starken Umsatzrückgang kämpfen. Der Absatz sinkt und die Importe nehmen zu.

von hps

(Bild: zVg)
«Knapp 3 Kilo» –  Soviele Zuckerwaren isst jede Schweizerin und jeder Schweizer. Dies sei 3,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, teilt Biscosuisse in einem Schreiben mit. Die mit Abstand beliebtesten Zuckerwaren sind die Hartbonbons, die 68,4% der Gesamtproduktion der schweizerischen Zuckerwarenindustrie ausmachen. Doch bei den Hartbonbons wie auch bei den Weichbonbons, Kaugummis, Marzipanprodukten, oder anderen geformten Zuckerwaren entwickelten sich die Verkäufe gemäss Biscosuisse rückläufig. 
Total 34 961 Tonnen, oder 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr verkauften die Hersteller im letzten Jahr, wie Biscosuisse in einer Medienmitteilung schreibt. Davon wurden im Inland 5664 Tonnen (-9,5%) abgesetzt und 83,3 Prozent im Export (-1,7 %), in den Hauptmärkten, USA, Deutschland, Frankreich und Spanien. Gesamthaft wurden 87 Länder mit Schweizer Zuckerwaren beliefert.
Einzig bei den Gelée- und Gummibonbons und den Dragées und bei den Swissmedic-registrierten Produkten sei der Absatz positiv gewesen. Der Anteil der zuckerfreien Artikel an der Gesamtproduktion sank von 57,6% im Vorjahr auf 51 %.

Anhaltender Negativtrend im Inlandgeschäft 
Auch der Umsatz ist gesunken und zwar im Inland um 12,1 Prozent auf 72,6 Millionen Franken und im Ausland um 13,9 % 308 Mio. Franken. Seit 2013 ist der Inlandumsatz fast um 30% auf 72,6 Mio. Franken gesunken. Die Importe nahmen gegenüber dem Vorjahr mengenmässig um 0,6% und wertmässig um 0,5% leicht ab. Der Importanteil im Schweizer Zuckerwarenmarkt befindet sich mit 78,3% weiterhin auf sehr hohem Niveau und nahm gegenüber dem Vorjahr um weitere 2,1% zu. Der grösste Teil (38,5%) der deutlich billigeren Importwaren wurde aus Deutschland eingeführt. 

Pandemie und standortschädliche Politik 
Der starke Geschäftsrückgang sei in erster Linie eine Folge der Coronavirus-Pandemie, so Biscosuisse. Daneben ist der Verband jedoch mit der Entwicklung wichtiger Rahmenbedingungen des Produktionsstandorts Schweiz nicht einverstanden. So sei mit dem Mindestgrenzschutz für Zucker ein neues Rohstoffpreis-Handicap für Schweizer Hersteller gegenüber der ausländischen Konkurrenz eingeführt worden. Zudem würde die Absicht der Wirtschaftskommission des Nationalrats, die vom Bundesrat eingeführte befristete Massnahme eines Mindestgrenzschutzes im Landwirtschaftsgesetz unbefristet zu verankern, die Rahmenbedingungen und die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Schweiz weiter verschlechtern. «Eine solche Politik wäre unverständlich, kontraproduktiv und letztlich verantwortungslos», so Biscosuisse.