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Emmi stellt Lieferungen nach Russland ein

Der Luzerner Milchverarbeiter Emmi liefert keinen Käse mehr nach Russland. Gemäss einer Erklärung auf der Website hat das Unternehmen bereits am 24. März die Lieferungen nach Russland eingestellt.

von awp/sda/mos

Emmi liefert keinen Käse mehr nach Russland. (Symbolbild Emmi/zVg)
Grund für den Entscheid sei die Eskalation des Kriegs in der Ukraine, den man «mit aller Klarheit» verurteile, so Emmi. Zuvor hatte bereits der «Blick» darüber berichtet.
Davor hatte Emmi über mehrere Exporteure jährlich Käse in Höhe «wenigen Millionen Franken» nach Russland geliefert. Das Russlandgeschäft machte 2021 einen Anteil von 0,1 Prozent am Gesamtumsatz aus. Eigene Mitarbeitende in Russland beschäftigt Emmi laut den Angaben seines Chef nicht.
Auch Züger und Margot liefern nicht mehr
Auch die Züger Frischkäse AG aus Oberbüren SG hat ihre Käselieferungen nach Russland eingestellt, bereits kurz nach Ausbruch des Krieges, wie der «Blick» berichtet. Vorher lieferte Züger rund einen Lastwagen voller Mozzarella pro Woche nach Russland. Mit dem Verkaufsstopp wolle man ein «Zeichen gegen den Krieg» setzen, sagte Verkaufsleiter Christoph Scherrer der Zeitung. Die Notbremse gezogen hat Züger auch wegen den Zahlungen. In Russland habe man schon immer Vorkasse verlangt, sagte Scherrer dem «Blick». «Früher haben wir unser Geld in 4 Tagen erhalten. Zuletzt dauerte der Überweisungsprozess 14 Tage.»
Auch die Firma Margot, die vor allem Gruyère exportiert, hat ihr Russlandgeschäft runtergefahren. «Die Umstände haben uns dazu gezwungen. Wir hatten keine andere Wahl», sagte Firmenchef Anthony Margot dem «Blick». 27 Jahre habe seine Firma in den Aufbau des Geschäftes in Russland investiert. «Nun macht der krieg alles kaputt.»