In Deutschland setzt die Getränkewirtschaft auf Selbsthilfe, um den anhaltenden Kohlensäuremangel abzufedern. Über die Onlineplattform www.co2-plattform.de des Deutschen Brauerbundes (DBB) können Unternehmen sich seit Kurzem gegenseitig mit Kohlendioxid aushelfen.
Die Zwischenbilanz sei positiv, zitiert LZ-net den DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die Plattform sei erfolgreich gestartet, allein in der ersten Woche hätten sich knapp 80 Unternehmen abgemeldet. Das Angebot richtet sich an Getränkehersteller unabhängig von Verbandsmitgliedschaften, man arbeite aber mit den Getränkeverbanden VDM, Wafg, dem Fruchtsaftverband und dem Verband der privaten Brauereien zusammen und sei auch mit dem Österreichischen und Schweizer Brauereiverband im Kontakt.
Um an CO2 zu kommen, ist die Plattform für mittlere und kleine Betriebe interessant. Grosse Brauereien wie Radeberger oder Bitburger gewinnen CO2 bei der Gärung zurück und speichern es. Sie können Überschüsse auf der Plattform anbieten.
Der grundsätzliche Mangel lässt sich durch die Plattform aber nicht beheben. Die Nachfrage übersteige bei weitem das Angebot, die Situation sei nach wie vor dramatisch, wird Eichele zitiert. Das werde sich auch nicht so rasch ändern, denn in den Benelux-Ländern, in Polen und Italien gebe es inzwischen auch zunehmende Engpässe, weil auch dort die Düngemittelproduktion wegen steigender Gaspreise zurückgefahren werde. CO2 entsteht bei der Düngerproduktion. Man stehe im Kontakt mit dem Bundeswirtschaftsministerium, dieses versuche national und international zu koordinieren und Lösungsmöglichkeiten zu finden.