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Innovationen für kreislauffähige Verpackungen

An der Verpackungsmesse Empack in Bern zeigten Hersteller ihre Innovationen und Neuheiten. Vieles steht im Zeichen der Kreislauffähigkeit und der Materialreduktion.

Die Schweizer Verpackungsmesse Empack, die am 24. und 25. Januar in Bern stattfand, verzeichnete 3029 Besucherinnen und Besucher. Das sind mehr als bei der letzten Ausgabe im 2022 mit 2800 Besuchenden, aber weniger als letztes Jahr in Zürich mit 3500 Besuchenden. 83 ausstellende Firmen und Partnerorganisationen waren an der Empack, ein Zehntel mehr als 2022. Die Stimmung unter den Ausstellern war mehrheitlich gut, die Quantität und Qualität der Besucher schien zufriedenstellend.
Vom Altkarton zum Spritzguss
Der Papier- und Kartonverpackungshersteller Model war einer der Aussteller, die nach längerer Pause wieder an der Empack zu sehen waren. Neben dem breiten Angebot an Produkt-, Transport- und POS-Verpackungen stellte Model als Innovation einen Biokunststoff vor, der teilweise aus Altpapier gewonnen wird und als Granulat für Spritzguss verwendet wird. Entwickelt wurde das Produkt gemeinsam mit dem Biokunststoffhersteller Biofibre und dem Spritzgussmaschinenhersteller Arburg, wie Severin Kasper, Team Leiter Innovation, erklärte. Man sei mit vier Pilotkunden in einer Testphase. Der Papierfaseranteil liegt derzeit bei 55 Prozent und soll letztlich auf 67 Prozent erhöht werden. Mögliche Anwendungen für Lebensmittel sind Schalen und Deckel, die mit entsprechenden Beschichtungen wasserdicht gemacht werden.
Eine Neuentwicklung von Model ist auch die Styroporalternative aus Altkarton. Das Material wird auf den Produktionsanlagen für EPS (Expandiertes Polystyrol, Styropor) geformt, das Resultat eignet sich als Transportverpackung und Isolation für Lebensmittelversände.
Verpackungsdruck ohne Rückstände
Die Langnauer Druckerei Vögeli geht mit dem Konzept «cradle to cradle» in Richtung Nachhaltigkeit, ihre Verpackungsdrucke enthalten keine Chemikalien und keine toxischen Stoffe, damit die Materialien kompostfähig sind. «Das ist Drucken, wie es die Natur tun würde», erklärte Geschäftsleiter Renato Vögeli. Dazu gehöre auch die Verwendung von erneuerbarer Energie und ein gutes Wassermanagement. Die «cradle to cradle»-zertifizierten Produkte wurden gemäss Vögeli vom SQTS-Labor auf Geschmack und Migration getestet und sind für Lebensmittel geeignet.
Schelling zeigte in Bern eine unscheinbare, aber clevere Lösung für ein häufiges Problem: Die neue Beerenschale aus Monomaterial mit perforiertem Boden sorgt dafür, das für den Schutz von heiklen Beeren kein Luftpolster aus Plastik mehr benötigt wird, wie Lucien Denier von Schelling erklärte. Der Boden selbst ist durch die Perforation flexibel, die Schale als Ganzes trotzdem stabil genug. Schelling liefert auch Sushi-Verpackungen für das Zürcher Start-up Tinyfish. Diese haben einen Schutzlack als Barriere, das Sushi kann direkt aus der Verpackung gegessen werden.
Verpackungen, die Recycling erleichtern
Der Kaffeerahmdeckelhersteller Nyco aus dem bernischen Kirchberg sorgte in den letzten Jahren mit einer Nachlassstundung und mit einem neuen Besitzer für Schlagzeilen. In der Firma ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt und man konzentriert sich aufs Geschäft. An der Empack wurde ein Sleeve für Aludosen gezeigt, der die Wiederverwertung der (unbedruckten) Dosen mit weniger Energie ermöglicht, wie Verkaufsleiter Bozidar Gabric erklärte. Beim Verfahren 3D-Illusion wird auf einer flachen Oberfläche die Illusion von räumlichen Effekten erreicht, die als Veredelung oder als Fälschungsschutz verwendet werden können. Das Verfahren HolyGrail 2.0 ermöglicht den Einsatz von sogenannten digitalen Wasserzeichen, unsichtbare Barcodes oder QR-Codes, die auf die Verpackungsoberläche gedruckt werden. Sie enthalten Informationen über den Inhalt, das Verpackungsmaterial oder die Herkunft. Unterschiedliche Verpackungsmaterialien können so für das Recycling leichter sortiert werden.
Tanner zeigte seine Banderolieranlagen für materialarme und nachhaltige Umverpackungen und Bündelung von Produkten. Die Anlagen können von Kunden auch gemietet werden, was bei saisonalem Bedarf wie etwa bei Spargelproduzenten interessant sein kann, wie Denis Nunes erklärte.
Neue Verpackungsmaterialien
In der Start-up-Zone von Swiss Food Research präsentierten sich Start-ups mit neuen Verpackungsideen. Noriware produziert Verpackungsfolien und Trinkbecher aus Seetang, die zu Hause kompostierbar sind. Treeless Pack stellte einen Zellulose-Rohstoff vor, für den keine Bäume fallen und aufwendig verarbeitet werden müssen. Das Material ensteht durch Mikroorganismen, die organische Abfälle verwerten.
Die nächste Empack und Logistics & Automation findet am 22. und 23. Januar 2025 in Zürich statt.

Logistic & Automation
Parallell zur Empack wurde auch die Logistik- und Automationsmesse Logistics & Automation durchgeführt. 87 Aussteller und Partner präsentierten stellten ihre Logistiklösungen und -diensleistungen vor. Ein Schwerpunkt der «Logistics Talks» im Rahmenprogramm war der Umgang mit dem Fachkräftemangel, der in der Logistikbranche besonders ausgeprägt ist. Mit der 2023 gegründeten Initiative Movement '32 soll in den nächsten zehn Jahren für die Logistikberufe geworben und Fachkräfte gewonnen werden.
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