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Trockene Margeriten oder Österreich-Image?

Grundsätzlich könnte das Siegel Heumilch positiv wirken. Jedoch...

von Hans Peter Schneider

Wenn ein erfolgreiches Label für Produkte, welche sowieso schon nach dessen Regeln hergestellt werden, übernommen werden kann, dann soll es gemacht werden. Vor allem, wenn der Konsument klipp und klar versteht, worum es geht. Die Assoziationen, welche dieser mit Heumilch verbindet, reichen von duftendenden getrockneten Enzian und federleicht weichem Zittergras bis zu blütenweissen Margeriten. Eben wie es der Heumilch-Slogan vorgibt: Die reinste Milch, die es gibt. Zusätzlich können damit die wissenschaftlich erwiesenen Gesundheitsvorteile, etwa der höhere Omega-3-Fettsäurengehalt in der Heumilch, viel besser kommuniziert werden.

Bei den traditionellen ursprungsgeschützten Käse sieht die Sache schon anders aus. Diese haben schon jetzt einen stetigen Kampf mit den Marktdominatoren, um ihre eigene Marke mit dem AOP-Logo genügend zur Geltung zu bringen. Es stellt sich die Frage, ob ein weiteres Siegel nun die Vorzüge von AOP-Käse definitiv klären könnte, oder nur für eine weitere Verwässerung sorgen würde. Fraglich ist es auch, ob sich teurer Schweizer Käse im Ausland mit den gleichen Werten, wie «traditionsloser» österreichischer Halbhartkäse in einen Topf werfen lassen will. Eines ist sicher, die österreichischen Erfinder können nach ihrem Meisterstück wohl schon bald von den Lizenzgebühren leben, das Interesse an ihrem Label ist ungebrochen.