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2018 und die beiden Bio-Jubiläen

Im Herbst 2017 hätte die Biobranche einen rundes Jubiläum feiern können, zu Beginn 2018 könnte dies noch nachgeholt werden.

von Peter Jossi

Im Herbst 2017 hätte die Biobranche einen rundes Jubiläum feiern können, zu Beginn 2018 könnte dies noch nachgeholt werden. Das Interesse dafür dürfte in der Biobranche aber gering bleiben. Am 22. September 1997 wurden die beiden Schweizer Bio­verordnungen publiziert, per 1. Januar 1998 wurden sie in Kraft gesetzt – mit sechs ­Jahren Verspätung auf die EU-Bioverordnung, damals wie heute das wichtigste Referenzregelwerk.

Selbstverständlich erstaunt es nicht, dass die Einführung der rechtlichen Grundanforderungen in der Schweiz mit ihrem in der Biolandwirtschaft dominierenden Branchenstandard Bio Suisse (Knospe) nicht gefeiert werden. Vielmehr wird im Verlauf des Jahres 2018 das 25-jährige Jubiläum von Coop Naturaplan und damit die erfolgreiche Zusammenarbeit von Bio Suisse und Coop Schweiz gebührend zu feiern sein.

«Erwähnenswert wäre der runde Jahrestag jedoch durchaus»

Nicht nur bauen alle privatrechtlichen Labelrichtlinien darauf auf. Die gegenseitige Anerkennung der Bioverordnungen zwischen der Schweiz und der EU und weiterer Partnerländer wie die USA und Kanada ermöglichen zudem erst den weitgehend freien Biohandel und setzen gleichzeitig den rechtlichen Rahmen für eine sichere Zertifizierung.

«Bei aller Regeldichte der Bioanforderungen entwickelt sich langsam aber sicher ein Markttrend zum Mainstream: «Bio+»

Die Positionierung mit spezifischen Qualitätsanforderungen allein reicht der vielseitigen und oft auch wankelmütigen Kundschaft nicht mehr. Die Kombinationen sich ergänzender Mehrwerte gewinnt an Bedeutung. Um nur einige zu nennen: Bio-Regio, Bio-Fairtrade, Bio-Freefrom. Immer wichtiger wird zudem gerade bei einer jüngeren Kundschaft die «gute und glaubwürdige Story». Labels und Zertifizierungen stehen dem natürlich nicht entgegen, sondern bilden die Grundlage für echte Transparenz und Rückverfolgbarkeit.