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Schweizer Fleisch-Fachverband bemängelt Agrarpolitik 22+

Die Botschaft des Bundesrates zur Agrarpolitik (AP 22+) fokussiert für den Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) zu stark auf die Ökologie. Der SFF fordert deshalb «gewichtige Korrekturen».

von pd/mos

Eine Extensivierung der Landwirtschaf mache mehr Fleischimporte nötig, kritisiert der Schweizer Fleisch-Fachverband. (Symbolbild Proviande)

Die AP22+ sei «im Kern nicht eine Landwirtschafts-, sondern eine klare Umweltvorlage», kritisiert der Schweizer Fleischfach-Verband SFF in einem am Freitag veröffentlichten Positionspapier (Sie finden es auf der SFF-Website). Die vom Bundesrat gewählte Fokussierung auf die Ökologie dränge das eigentliche Kernziel einer produzierenden Land- und Er­nährungswirtschaft in den Hintergrund. Das bedeute massive Preissteigerungen für inländische Rohmaterialien und höhere Produktepreise für die Konsumenten, schreibt der SFF in einer Medienmitteilung.

SFF kritisiert Extensivierung der Landwirtschaft

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Extensivierung der Land- und Ernährungswirtschaft z.B. über die Senkung der Kalorienproduktion bzw. die Reduktion von 3 auf 2.5 Düngergrossvieheinheiten pro Hektare würde den inländi­schen Versorgungsgrad senken, kritisiert der SFF weiter. Dies würde vermehrte Einfuhren von Lebensmitteln nach sich ziehen. Dabei habe gerade die Coronakrise gezeigt, wie wichtig die einheimische Land- und Ernährungswirtschaft für die Landesversorgung sei. In diesem Kontext ist es für den SFF auch unverständlich, dass der Aspekt der Marktöffnung bzw. die grenzüberschreitende Vernetzung der Märkte von der Botschaft ausgenommen bleibt.

Der Fleischfachverband stört sich ausserdem daran, dass die Schaffung eines Innovations- und Kompetenznetzwerkes für Tiergesundheit ausschliesslich aus Entsorgungsbeiträgen zugunsten der Landwirtschaft nachgelagerten Schlachtbetriebe und ohne Einbezug des Milchsektors finanziert werden soll.

Der SFF begrüsst jedoch laut Mitteilung, dass der Bundesrat in der Botschaft von seiner früheren Absicht abgewichen ist, die Inlandleistung bei der Fleischeinfuhr sowie ver­schiedene Marktentlastungsmassnahmen wieder zu streichen.

Keine Rückweisung, aber Korrekturen

Eine Rückweisung der vom Bundesrat am 12. Februar 2020 verabschiedeten Botschaft zur AP22+ hält der SFF nicht für zielführend, er fordert aber «gewichtige Korrekturen und Anpassungen» durch das Parlament.