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Normaler Käse als Walliser Raclette AOP ausgegeben

Die Walliser Dienststelle für Verbraucherschutz und Veterinärwesen hat letztes Jahr 325 Verstösse gegen den Täuschungsschutz mit AOP/IGP-Produkten festgestellt.

von pd/mos

Nicht jeder Raclette-Käse ist ein Walliser Raclette AOP. (Bild Raclette du Valais/zvg)

Die Mitarbeitenden der Dienststelle für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (DVSV) inspizierten im vergangenen Jahr 2550 Betriebe und untersuchten über 10’000 Lebensmittel- und Trinkwasserproben. Bei 41 Prozent der Inspektionen registrierten sie meist geringfügige Mängel, wie es in einer Medienmitteilleitung heisst.

Die Dienststelle kontrolliert auch die Authentizität der Lebensmittel sowie deren lokale und traditionelle Produktion. Dabei wurden letztes Jahr 325 Verstösse gegen den Täuschungsschütz mit AOP/IGP-Produkten festgestellt. Typische Fälle von Verstössen sind laut der Mitteilung, dass ein herkömmlicher Aprikosenbrand als Abricotine oder ein nicht geschützter Käse als Walliser Raclette AOP angepriesen wird. Diese zahlreichen Verstösse zeigten, dass Kontrollen in diesem Bereich notwendig seien und auch künftig im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen durchgeführt würden.

Im Wallis sind fünf Produkte mit einer AOP-Bezeichnung geschützt, darunter Walliser Raclette. Drei Produkte haben eine IGP-Bezeichnung, zum Beispiel Walliser Trockenfleisch. Bei AOP-Produkten muss das Rohmaterial im Kanton Wallis produziert werden, bei den IGP-Produkten kann dieses aus der gesamten Schweiz stammen.

Verbesserungspotenzial bei der Zigerherstellung
Mängel stellte die Walliser Dienststelle bei der Zigerproduktion fest. Bei der Herstellung dieses Lebensmittels wird die Molke entnommen und auf 90°C erhitzt. Die Proteine werden anschliessend in säurehaltigem Eiswasser ausgefällt. Bei den 30 erhobenen Proben sowohl auf den Alpen als auch im Einzelhandel entsprachen 40 Prozent nicht den geltenden mikrobiologischen Normen. Verfahrenskontrollen im Rahmen der Inspektionen und die damit verbundenen Analyseergebnisse zeigten mehrfach Versäumnisse bei der Händehygiene, Einhaltung der Lagertemperatur, Hygiene des Produktionsmaterials, Verpackung und Lagerung sowie Reinigung der Herstellungsgeräte.